Wie gelingt der Schritt von MTP-Pilotprojekten zur industriellen Anwendung? Mit dieser Frage beschäftigte sich „MTP goes Industry @ Merck“ am 29. September in Darmstadt. Das neue Praxisformat von PROFIBUS & PROFINET International (PI) brachte Betreiber, Modul- und Anlagenhersteller, Systemintegratoren und Technologieanbieter beim Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck in Darmstadt zusammen, um Erfahrungen aus konkreten Projekten und Anforderungen für den breiteren Einsatz von MTP zu diskutieren. Mit 120 Anmeldungen aus 13 Ländern wurde die Zahl der verfügbaren Plätze bei Weitem übertroffen.
In seiner Keynote zeigte Prof. Dr. Michelangelo Canzoneri von Merck, welches Potenzial modulare Produktionskonzepte für kürzere Markteinführungszeiten, geringeren Engineering-Aufwand und flexiblere Produktionsanlagen bieten. Wiederverwendbare modulare Einheiten und digitale Zwillinge können dazu beitragen, Prozessentwicklung und Produktion enger miteinander zu verzahnen.
In der anschließenden Paneldiskussion mit Vertretern aus den Bereichen Pharma und Life Sciences, Chemie, Schiffbau und Recycling wurde deutlich, wie unterschiedlich die Anforderungen in der Praxis sind. Gleichzeitig wurden gemeinsame Ziele deutlich: Package Units schneller integrieren, Inbetriebnahmerisiken reduzieren, Engineering und Validierung vereinfachen sowie herstellerunabhängige Schnittstellen schaffen.
Diese Fragestellungen wurden in drei parallelen Workshops weiter vertieft - von den Anforderungen an zukünftige PEAs über die Modularisierung und das PEA-Design bis hin zu den technischen Umsetzungswegen und deren wirtschaftlichem Nutzen. Ein zentrales Ergebnis war, dass Modularisierung bereits zu Beginn des Engineerings berücksichtigt werden sollte. Klare Anforderungen, definierte Systemgrenzen und eine durchgängige Dokumentation sind wesentliche Voraussetzungen für eine effiziente Projektabwicklung.
Auf der begleitenden Microfair präsentierten Technologieanbieter ihre Produkte, Tools und Dienstleistungen. Mithilfe einer MTP-Workflow-Matrix wurden die verfügbaren Lösungen den einzelnen Phasen des MTP-Workflows zugeordnet. Die Matrix soll auch über die Veranstaltung hinaus Orientierung bieten.
Führungen durch die Labore am Merck-Standort ergänzten das Programm um Einblicke in reale Anwendungsumgebungen.
Mit „MTP goes Industry” hat PI eine Plattform für den direkten Austausch über die praktische Umsetzung von MTP geschaffen. Die hohe Nachfrage zeigt, dass vor allem Umsetzungserfahrungen, Referenzprojekte und der branchenübergreifende Austausch gefragt sind. Daran will PI mit weiteren praxisorientierten Formaten anknüpfen.
Prof. Dr. Michelangelo Canzoneri von Merck zeigte in seiner Keynote, welches Potenzial modulare Produktionskonzepte für die industrielle Anwendung bieten.
MTP goes Industry bei Merck zeigt Wege in die industrielle Praxis
Weber,

